Jaques Delors

(20. Juli 1925)

Jacques Lucien Jean Delors (* 20. Juli 1925 in Paris) ist ein französischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker der Sozialistischen Partei Frankreichs (PS). Er war von 1985 bis 1995 Präsident der Europäischen Kommission und entscheidend beteiligt an einer Vertiefung der europäischen Integration. Delors gilt nach Jean Monnet als der zu seiner aktiven Zeit einflussreichste Europapolitiker.

Von 1985 bis 1995 war Delors Präsident der EG-Kommission und stand drei Kommissionen vor. In dieser Zeit setzte er die Notwendigkeit einer Sozialpolitik der Europäischen Union explizit auf die Tagesordnung. In diesem Rahmen wurden 1989 die Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte der Arbeitnehmer und 1992 das Sozialprotokoll beschlossen. 1989 sprach er sich – anders als viele skeptische Spitzenpolitiker in Frankreich – für die deutsche Wiedervereinigung aus.

Unter seiner Führung machte die europäische Integration große Fortschritte. Seine Präsidentschaft beendete über ein Jahrzehnt des Euroskeptizismus und der Stagnation des Integrationsprozesses („Eurosklerose“). Delors hat die Gemeinschaft „aus einer tiefen Krise herausgeführt“ sowie „mit dem Binnenmarkt und der Währungsunion auf ein neues Gleis gesetzt“. In seine Präsidentschaft fallen die Reformen Einheitliche Europäische Akte (EEA) 1986, Vertrag von Maastricht 1992 und Reform und Reorientierung von Kommission und Gemeinschaftspolitik (Delors-Paket) 1988.

(Quelle: Wikipedia)